Warum zukunftsfähige Bildung tauschlogikfrei sein muss

 (Friederike Habermann)

Tauschlogik bedeutet, Du bekommst nur etwas, wenn Du auch etwas hast. Hat eine*r viel, und die*r andere nichts, kommt kein Tausch zustande. So entsteht Knappheit in dieser Welt. Das ist schon bei Gütern absurd. Noch absurder aber ist es bei Bildung, da diese durch Austausch nicht weniger wird, sondern sich multipliziert. Und trotzdem wird sie zunehmend wieder als Eliteprodukt gehandelt.

Das damit verbundene Leistungsdenken durchdringt unser Leben und lehrt uns spätestens in der Schule, dass wir stolz sein sollen, wenn wir etwas wissen, was andere nicht wissen. Neben den zuerst genannten gesellschaftskritischen Aspekten soll es im Workshop auch Raum geben, die eigenen Prägungen in diesem Ranking zu reflektieren.

Direct Education as Concept of the Canadian Union of Postal Workers

(Dave Bleakney)

In public institutions like schools we are educated as production units with specific roles rather than as social human beings that are connected to the earth and other living things. In contrast, the Canadian Union of Postal Workers (CUPW) works with the concept of Direct Education: using a variety of methods to move participants out of their comfort zones into encounters with new possibilities. Direct Education, in a formulation of one of its developers, George Lakey, „is about dropping the competition“.

David Bleakney, now 2nd vice president of the CUPW, was for many years responsible for its educational work. He will speak about its experiences in the context of strikes, global resistances, and the continuing education program the union offers for members about anticapitalism, antiracism, antisexism etc.

Mein Körper, mein Begehren – eine Bildungslücke?

Tristan Marie Biallas, Hanni (FAK*KT)
 

Im Workshop werden wir unsere eigenen Körper fühlen und beschreiben. Gemeinsam lauschen wir den Worten, die wir dafür haben: Fühlen die sich gut an? Reichen uns die Worte, die wir kennen, um unsere Körper und deren Empfindungen zu beschreiben? Welche anderen Möglichkeiten haben wir, uns darüber auszutauschen und wie können wir diesen Austausch frei und geborgen gestalten? Es wird ein Versuch uns der Bildungslücke um Körper und Sexualität anzunähern und einigen weißen Flecken auf der Landkarte unseres Körpers und Begehrens Farbe zu geben.

Der Workshop ist offen für alle Geschlechter und es ist egal, ob und wie Du sexuell empfindest. Wir freuen uns auf Dich!

Birth. School. Work.Death. -STOP!

Eine Einladung zur Verweigerung


Tobi Rosswog


Lasst uns gemeinsam diesem traurigen Vierklang eine Absage erteilen und unsere Karriere verweigern, um wirklich das zu tun, was wir möchten.
Die Schule und andere Bildungseinrichtungen bereiten uns im Konkurrenzkampf auf den Arbeitsmarkt vor. Denn wir müssen doch arbeiten gehen, um Geld zu verdienen, um unsere Bedürfnisse nach einem Dach über den Kopf, einem gefüllten Magen und vielem mehr zu befriedigen. Aber ist das wirklich alternativlos?
Lasst uns Banden bilden und Kollektive kreeieren, um eine Gesellschaft jenseits von Arbeit, Eigentum, Geld und Tausch zu gestalten. Bist Du dabei?

Und was sagt Dein Herz?

Zoé

Wir alle haben sie, die Stimme unseres Herzens. Mal meldet sie sich ganz leise, mal etwas lauter. Mal geht sie den Weg über unseren Körper, mal meldet sie sich auf der emotionalen Ebene und mal vernehmen wir sie gar nicht. Hast Du sie schon einmal leise flüstern hören? Oder hat sie Dich fast angeschrien? Ich habe Lust, mit euch ein bisschen zu forschen und zu erfahren, wie wir sie gut hören können und wie wir ihr den Raum geben können, der ihr zusteht. Vielleicht ist es ja viel einfacher ihr zu folgen, als wir glauben. Oder es ist viel schwieriger. Wir werden sehen.

Wanderuni

Die Wanderuni eröffnet selbstbestimmte Bildungsräume für Menschen auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben.

Die StudienGänge der Wanderuni, bei denen Gruppen von jungen Menschen ein halbes Jahr lang auf Wanderschaft gehen und ihren Fragen folgen, bilden derzeit das Herzstück der Wanderuni.

Menschen der Wanderuni erzählen hier von ihren Erfahrungen, teilen Methoden, Geschichten und laden ein zum selbstreflektieren und visionieren.

LEBENSWIRBEL STATT LEBENSLÄUFE

Pierre Lischke
 

Unser Leben ist eine Geschichte, die wir uns erzählen.

Wie wir uns und anderen unser eigenes Leben erzählen, hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Realität. Es beeinflusst unsere beruflichen Entscheidungen, ob wir zufrieden sind und was wir uns selbst zutrauen.

Die verbreitetste Form, unser eigenes Leben anderen zu erzählen? Der (tabellarische) Lebenslauf. Und das hat Konsequenzen. Auf unser Denken, Handeln und Fühlen.

Der Idee des Lebenslaufes liegen einige versteckte Annahmen zugrunde. Zum Beispiel, dass unser Leben eine logisch aufeinanderfolgende Anordnung von beruflich relevanten Stationen ist. Dass diese Stationen etwas darüber aussagen, was wir können, wissen, lieben, lernen möchten, begehren oder einfach sind. Oder, dass es eine Norm gibt, nach der man sein Leben leben sollte, dass es die eine Berufung für uns gibt, auf die wir zusteuern, dass wir absolute Kontrolle über unsere Biographie haben. Dass Zufall und Spontanes keine Rolle spielen.

Das Konzept “Lebenslauf” wird dem Leben, wie es wirklich ist, nicht gerecht. Vielleicht wird kein Konzept und kein Modell dem Leben, wie es wirklich ist, gerecht. Weil es in Wahrheit zu komplex, zu organisch und ein bisschen zu unbegreiflich ist. Trotzdem möchte ich eine Alternative zum Lebenslauf vorschlagen, wie wir uns unser Leben erzählen können. Eine Alternative, die dem Leben zumindest gerechter wird. Eine Alternative, der Annahmen zugrunde liegen, die uns tatsächlich befähigen und Möglichkeiten unserer persönlichen individuellen Entwicklung aufzeigen. Die Lebenswirbel.

Im Rahmen des Workshops möchte ich die Idee der Lebenswirbel teilen, meine eigene Biographie daran beispielhaft zeigen und dann in den Austausch kommen. Wie könnt ihr euch euer Leben anders erzählen?

Septem Mulieres Theater

… Beschäftigt sich mit Biografien historischer Frauen
und bringt diese auf die Bühne.
Das besondere: Jede Darstellerin erarbeitet sich
selbst eine eigene Performance zu einer historischen
Frau ihrer Wahl, die dann in einem gemeinsamen
Prozess mit der ganzen Gruppe in die große
Gesamtpräsentation eingebettet wird.


Was wollen wir Euch auf der Messe zeigen?

… Wir möchten gern vom Entstehungsprozess der
Theatergruppe erzählen.
Wie wir arbeiten und Gemeinsam lernen durch
ausprobieren.
Wir möchten vom Lernen und Erkennen historischer
Zusammenhänge anhand unseres Projektes berichten.
Wir möchten von den Wirkungen des Theaters schwärmen.
Wir möchten Euch ein paar kleine Theaterübungen
zeigen, die Ihr mit nach Hause nehmen könnt, die im
täglichen Leben nützlich sein können.
Wir sind Julita (Projektleiterin)
und Ronja (Foto/Medien)
und wünschen uns ein freudiges Austauschen mit Euch!

Ein kleiner Einblick in die Permakultur, Wildnispädagogik & Flake

Lauritz Heinsch & Butze 

Dieser Workshop gibt einen mikroskopischkleinen Einblick in die Themenbereiche der Permakultur, Wildnispädagogik und die Flake.
Permakultur ist unter anderem eine ganzheitliche Gestaltungsstrategie, die Wildnispädagogik eine ursprüngliche Betrachtungsweise und die Flake ein Bedürfniskommunikationswerkzeug.
Alles in allem spannend genug, um es einmal näher unter die Lupe zu nehmen.
Die Weiterbildung “Lernpfad zum / zur Wildgestalter*In” verbindet nebst diesen Themen noch … ach ihr werdet schon sehen.

http://wandlungstraeume.de/

Vom inneren zum äußeren Wandel

Liv, Thomas, Nina (Wandlungsträume)

Wie möchtest du dich entwickeln?

  • Möchtest du dem nacheifern, was die Masse der Menschheit tut?

  • Oder möchtest du selbst der Wandel sein, den du dir auf der Erde wünschst?

Doch wie schaffen wir es, unsere angeborene Freude am Lernen und selbständigen Denken wieder zu finden? Wie schaffen wir es, so starke Wurzeln zu schlagen, dass uns nichts mehr umwerfen kann? Wie schaffen wir es, den Sinn unseres Daseins zu fin­den, unsere eigenen Ideale und Träume für eine lebenswerte Zukunft sowie für ei­nen Bildungs- und Bewusstseinswandel – unsere Wand­lungs­träu­me – zu ent­dec­­ken? Wie finden wir den Mut und die Kraft, um sie Schritt für Schritt umzuset­zen? Und wie kön­nen wir ergebnisoffene Lern- und Experimentierräume – Wandlungs­räume mitgestalten, in denen Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und ihr ganzes Potenzial entfalten?

Sei dabei, tausche dich mit uns aus – wir freuen uns auf dich!

Ausbruch, Freiheit – Wohin und Wozu?

Alexander Repenning und Valentin Sagvosdkin

Jenseits der Schule“ heißt „Bildung unabhängig von (…) Institutionen zu leben“ lässt sich auf der Webseite der Bildungsmesse lesen. Doch was sind „Institutionen“ überhaupt? Immer Zwang, Konvention, das „Abzulehnende“? Sind sie nicht auch Menschenrechte, Wahlrecht und Pressefreiheit bzw. werden nicht solche Errungenschaft durch Institutionen geschützt? Ist das Recht auf Bildung nicht auch eine historisch erst erkämpfte Institution? Ist die Freiheit, nach dem „Ausbruch“ rufen zu können, nicht ein Privileg, das durch eine Vielzahl materieller und institutioneller Rahmenbedingungen erst ermöglicht wird? Welche Verantwortung geht mit einer solchen Freiheit einher? Wohin soll es nach dem Ausbruch gehen?

Institutionen im weiteren Sinne können auch als soziale Gewohnheiten verstanden werden – insofern bewegen wir uns immer schon in ihnen und es stellt sich vielmehr die Frage, welche Institutionen wir wollen. Keine soziale Bewegung kann langfristig wirken, ohne sich institutionell in Zeit und Raum zu verstetigen. Wie kann es also gelingen Institutionen zu gestalten, die Bildung nicht einzwängent, sondern frei zu entfalten vermag?

Im Studium an der Cusanus Hochschule und den selbstverwalteten Prozessen der Studierendenschaft probieren und forschen wir seit Jahren an diesen Fragen. Im Workshop möchten wir gemeinsam erarbeiten, welche Rolle Institutionen für freie Bildung spielen können – und welche besser nicht. 

Valentin Sagvosdkin ist aktiv in der (außer-)schulischen pädagogischen und sozio-ökonomischen Bildungsarbeit. Er hat Soziale Arbeit (BA) in Berlin studiert und absolviert den Master „Ökonomie – Gesellschaftsgestaltung“ an der Cusanus-Hochschule. In diesem Rahmen forschte er zu Gemeinwohl-Ökonomie und Beeinflussung in ökonomischer Schulbildung. Momentan schreibt er seine Master-Arbeit zu sozial-ökologischen Narrativen.

Alexander Repenning ist als freier Bildungsreferent in den Bereichen politische Bildung, globales Lernen und Potentialentfaltung tätig. Er hat Sozialwissenschaften (BA) in Berlin und Santiago de Chile studiert und absolviert den Master „Ökonomie – Gesellschaftsgestaltung“ an der Cusanus Hochschule. Zuletzt beschäftigte er sich mit dem Veränderungspotential sozialer Innovationen und der Notwendigkeit moralischer Phantasie angesichts der Klimakrise. Seine Masterarbeit schreibt er zu qualitativer Wirkungsmessung beim Alternativen Nobelpreis in Stockholm.

Wandelwerk

Das Wandelwerk der Initiative Psychologie im Umweltschutz e. V. hat sich zum Ziel gesetzt, umweltpsychologisches Wissen in die Praxis zu bringen – wie kommen wir vom Wissen zum Handeln? Wie machen wir aus Vorsätzen Taten? Und welche Emotionen sollten wir ansprechen? Dabei versuchen wir, in Sachen Umweltschutz über die Vermittlung von Problem- und Handlungswissen hinaus zu kommen. In unserem Workshop wollen wir einen kurzen Einblick in unsere Arbeit geben und auch eine Übung ausprobieren.